Kurt Buchwald
     
www.wahrnehmung.de
04.09.2018
     
Aktuelles
 
Der Beobachter , Zella-Mehlis 2012
     
Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht das Problem der Wahrnehmung, der Sichtverweigerung und das Finden neuer bildnerischer Möglichkeiten. Ich verfolge einen medien- und gesellschaftskritischen Ansatz. Als Bild- und Aktionskünstler arbeite ich auf verschieden Ebenen. Neben der Fotografie entstehen Performance, Installationen und Objekte. Zum Teil ist das getrennt, verläuft parallel oder geht ineinander über. Das Performative, das Apparative und die daraus folgenden Konsequenzen spielen bei meiner Arbeit eine wichtige Rolle. Ein weiteres Moment ist die Selbstreflexion und die Sichtbarmachung der fotografischen Arbeit als gestalterischer Prozess. Ich thematisiere die Mechanismen der Bildherstellung als auch der Bildwahrnehmung und der Wirkung von Fotografie.
     
At the heart of my work ly the concept of perception, the denial of the gaze and the discovery of new pictorial possibilities. I pursue a media- and socio-critical approach. As a photography and action artist I am working on various levels. In addition to photography, I create performances, installations and objects, whether distinct from one another, or emerging alongside, or in confluence with one another. The performative, the apparative and the consequent consequences are playing a central role. Another focus is on self-reflection and the visualization of the photographic work as a creative process. I am focusing on the mechanisms of image production and image perception as well as the impact of photography.
     
     
Impressum
Projekte+Aktionen
Konzeptionelle Fotografie
Figuren+Fotografie
Fotografie
Vita 1

Aktionen

Störbilder

Bilder+Blenden

Fotografie

Vita 2

Fotografieren verboten!

Stripes

Blendenobjekte

Porträts

Publikation

Amt für Wahrnehmungsstörung

Seh- und Wolkenbilder

frühe Arbeiten

Entwicklung
Foto-Video-Aktion
Kreis der Wahrnehmung
Firmament der Dinge
Messerbilder
Akte
Wir sind das Volk2
Kippbilder
Die Instrumente
Reisefotografie

Texte
Statements

Workshops

Wirklichkeit-Transport-Abbildung

Performance

Asphalt & Arbeit

 

 
 
 
Matthias (on the wall), Berlin 1988
   
Null Uhr, Berlin 1986
   
End of History, Berlin 1994
   
Stadt hinter Längsblende, Berlin 1994
 
Aktion Fotografieren - Fotografieren, Berlin 1989
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Aktion Fotografieren - Fotografieren, Berlin 1989
Video Sichtabsicht
Triptichon: Die Röhrenmenschen, Berlin 2009
 
Die Röhrenmenschen
 
Meer, Gitter + Lochgitter, 1996/93
 
Stripes, Röderhof 2000
 
Im Kreis der Wahrnehmung, Sizilien 2005
 
Im Kasten, Zella-Mehlis 2012
Kurt Buchwald ist ein Phänomen. Nicht nur, dass es ihm gelingt, in all seinen Projekten und Ausstellungskonzepten einen ungebrochen drängerischen Ton anzuschlagen. In jeder dieser bildästhetischen Handlungen erfindet er zugleich seine Sprache und damit nachgerade auch sich selbst vollkommen neu. Widerborstig und verschlossen hat er sich seit 1984 mit der "Sicht" beschäftigt. Von Anfang an ist in seinem Werk der mediale und kulturelle Selbstzweifel spürbar. Leben als zivilisatorisches Missgeschick zu interpretieren und sich mit dem Fotoapparat dagegen zu wehren, treibt ihn bis heute um. Er belässt es nicht beim Hinterfragen und Fotografieren. Er greift ein in die Wirklichkeit der fotografischen Bildproduktion und in die gesellschaftliche Wirklichkeit. Das Dokumentarische und der Eingriff, zwei Ansätze, mit denen er sich selbst ins Bild katapultiert, gehören bei diesem Künstler zusammen, ja bedingen einander. Mit Lust arbeitet er sich ins fotografische Abseits. Am Ende heißt es "Fotografieren verboten!". Nach dem Fall der Mauer bleibt er der Normbrecher, der er war. Sein Kritikpotenzial speist sich aus dem Irrsinn unserer Tage. Voller Unruhe und Argwohn schaut Buchwald auf das Jetzt und legt sich, wo immer eine sinnvolle Möglichkeit der Intervention gegeben scheint, erneut quer. (Christoph Tannert)

Seit 1984 Sicht beschäftigt sich Kurt Buchwald mit der fotografischen Sicht. Er tritt vor seine Kamera die als schwarze Halbfigur das Bild abdeckt. Die Sichtverhinderung ist "Sichtabsicht". Zwischen Realität und Bild steht die Person des Fotografen. Doch der Mensch ist nicht mehr nur Objekt oder Subjekt, sondern Projekt. Kurt Buchwald belässt es nicht beim Erfinden von Bildwelten, er entwirft Objekte und Körper. Der Fotograf und Aktionskünstler baut meterhohe Wahrnehmungsinstrumente, montiert sie an der Kamera oder stellt sie in den öffentlichen Raum. 2003 entsteht die Kunstfigur des Röhrenmenschen.

Seiner umfangreichstes Projekt ist die Werkgruppe "Bilder+Blenden" (1990-2000) zur gestörten Kamerasicht. Dazu werden Scheiben in unterschiedlichen geometrischen Formen, mit Löchern, mit Spalten, in Schwarz und in Farbe vor die Kamera montiert. Er entwirft eine Systematik im Sinne eines "Algorithmus der Blenden". So findet er neue Bildideen und untersucht das fotografische Medium. Gleichzeitig nutzt der Fotograf das Dadaismus-Modell der Verunsicherung und Provokation. 1994 gründet er das Amt für Wahrnehmungsstörung. Buchwald steht für eine Verbindung von fototechnisch vermittelter und getragener Aktionskunst. Er ist ein Grenzgänger und bringt die Fotografie dazu, über sich selbst zu sprechen.

 
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Fotografieren verboten!