Kurt Buchwald
     
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02.04.2018
     
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Der Beobachter , Zella-Mehlis 2012
     
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Asphalt & Arbeit

 

 
 
 
Matthias (on the wall), Berlin 1988
   
Null Uhr, Berlin 1986
   
End of History, Berlin 1994
   
Stadt hinter Längsblende, Berlin 1994
 
Aktion Fotografieren - Fotografieren, Berlin 1989
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Aktion Fotografieren - Fotografieren, Berlin 1989
Video Sichtabsicht
Triptichon: Die Röhrenmenschen, Berlin 2009
 
Die Röhrenmenschen
 
Meer, Gitter + Lochgitter, 1996/93
 
Stripes, Röderhof 2000
 
Im Kreis der Wahrnehmung, Sizilien 2005
 
Im Kasten, Zella-Mehlis 2012
Kurt Buchwald ist ein Phänomen. Nicht nur, dass es ihm gelingt, in all seinen Projekten und Ausstellungskonzepten einen ungebrochen drängerischen Ton anzuschlagen. In jeder dieser bildästhetischen Handlungen erfindet er zugleich seine Sprache und damit nachgerade auch sich selbst vollkommen neu. Widerborstig und verschlossen hat er sich seit 1984 mit der "Sicht" beschäftigt. Von Anfang an ist in seinem Werk der mediale und kulturelle Selbstzweifel spürbar. Leben als zivilisatorisches Missgeschick zu interpretieren und sich mit dem Fotoapparat dagegen zu wehren, treibt ihn bis heute um. Er belässt es nicht beim Hinterfragen und Fotografieren. Er greift ein in die Wirklichkeit der fotografischen Bildproduktion und in die gesellschaftliche Wirklichkeit. Das Dokumentarische und der Eingriff, zwei Ansätze, mit denen er sich selbst ins Bild katapultiert, gehören bei diesem Künstler zusammen, ja bedingen einander. Mit Lust arbeitet er sich ins fotografische Abseits. Am Ende heißt es "Fotografieren verboten!". Nach dem Fall der Mauer bleibt er der Normbrecher, der er war. Sein Kritikpotenzial speist sich aus dem Irrsinn unserer Tage. Voller Unruhe und Argwohn schaut Buchwald auf das Jetzt und legt sich, wo immer eine sinnvolle Möglichkeit der Intervention gegeben scheint, erneut quer. (Christoph Tannert)

Seit 1984 Sicht beschäftigt sich Kurt Buchwald mit der fotografischen Sicht. Er tritt vor seine Kamera die als schwarze Halbfigur das Bild abdeckt. Die Sichtverhinderung ist "Sichtabsicht". Zwischen Realität und Bild steht die Person des Fotografen. Doch der Mensch ist nicht mehr nur Objekt oder Subjekt, sondern Projekt. Kurt Buchwald belässt es nicht beim Erfinden von Bildwelten, er entwirft Objekte und Körper. Der Fotograf und Aktionskünstler baut meterhohe Wahrnehmungsinstrumente, montiert sie an der Kamera oder stellt sie in den öffentlichen Raum. 2003 entsteht die Kunstfigur des Röhrenmenschen.

Seiner umfangreichstes Projekt ist die Werkgruppe "Bilder+Blenden" (1990-2000) zur gestörten Kamerasicht. Dazu werden Scheiben in unterschiedlichen geometrischen Formen, mit Löchern, mit Spalten, in Schwarz und in Farbe vor die Kamera montiert. Er entwirft eine Systematik im Sinne eines "Algorithmus der Blenden". So findet er neue Bildideen und untersucht das fotografische Medium. Gleichzeitig nutzt der Fotograf das Dadaismus-Modell der Verunsicherung und Provokation. 1994 gründet er das Amt für Wahrnehmungsstörung. Buchwald steht für eine Verbindung von fototechnisch vermittelter und getragener Aktionskunst. Er ist ein Grenzgänger und bringt die Fotografie dazu, über sich selbst zu sprechen.

 
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Fotografieren verboten!