Amt für Wahrnehmungsstörung
    
    
 
Im Frühjahr 1994 wurde das Amt für Wahrnehmungsstörung in der Galerie
"Auf Zeit" in Berlin und zum steirischer herbst '94 im Künstlerhaus,
Graz eingerichtet. In offentlichen Bekanntmachungen hatte der Kunstler
Bürger/Innen aufgefordert, sich "wahrnehmen" zu lassen. Im Amt wurde
von den Personen ein Portratfoto angefertigt und wahrend der Aufnahme
eine schwarze Scheibe vor ihren Kopf gehalten. Nach der Wende von 1988/1990
zielte der Kunstler in solchen absurden und provozierenden Inszenierungen vor
allem auf die Macht deutschen Amter und die Leichtglaubigkeit der Burger/
Innen. Als selbsternannter Amtsleiter gab er fiktive Anordnungen und Verbote
heraus und beschaftigte sich mit pseudowissenschaftlichen Untersuchungen.
Auch wurde in dem Amt die Aktion Fotografieren verboten! integriert.

    
    
    

Messung der Leere

Berlin 1996

    

Im Rahmen der Aktion Bestimmung der Leere (1996) erhielt das Amt für
Wahrnehmungsstörung im Zuge der Neugestaltung Berlins als Regierungssitz
den Auftrag, an bedeutenden Orten die Leere zu bestimmen. Die Messungen
wurden mit dem "Diekmannschen Trichter" ausgefuhrt und das Messbild
ausgewertet.

    

Zeichenwechsel am Fluss / Go West

Berlin 1996/ Antalya 1997

    


In Berlin, am Kreuzberger Gröbenufer, wurden fur die Ausstellung
Reservoir II. Interdisziplinäres Kunstprojekt am Fluss, Schilder aufgestellt, die
vor gefährlichen Fischen warnen.

Bei der Aktion Fotografieren verboten! in Antalya, Türkei im Jahr 1997 tritt
Buchwald vor eine Moschee und bittet die Touristen und Passanten, hier nicht
zu fotografieren. Mit der Aufforderung "Go west!" sollten diese sich entfernen.

    

OM-Beobachtungsstation

Langenberg bei Wuppertal 1997

    
    
    

In Langenberg (Ruhrgebiet) wurden sogenannte Beobachtungsstationen
aufgestellt. Diese Beobachtungspunkte sollen den Bürgern die Kommunikation
erleichtern und den Austausch und Erwerb von Informationen
befördern. Diese sind fur jedermann zugänglich. Die Beobachter in den
Stationen sind angehalten sich nicht langer als 10 min darin aufzuhalten,
sie ordentlich zu verlassen und nicht zweckentfremdet zu nutzen. Eine
gewerbemäsige Nutzung der Station ist untersagt. Die Abkürzung OM
steht fur "offizieller Multiplikator" in Anspielung an den IM, den "inoffiziellen
Mitarbeiter" des Ministerium fur Staatssicherheit in der DDR
und mit diesem nicht zu verwechseln.

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Dessau 1997

    
Diese Orte werden bewacht, Wohngebiet in Dessau
    

Wer im Dezember 1997 die Brechtstraße in Dessau entlang ging, staunte sicher nicht schlecht,
als dort, wo sich normalerweise die K.I.E.Z. Galerie befand, ein völlig neues Schaufenster mit
dem Schild Deutsche Wacht zu sehen war. Schließlich informierte eine Postwurfsendung die
Bewohner des Viertels, dass es hier eine neue Wachfirma gab. Die Irritation ist Programm. War
anstelle des alternativen Kulturprojektes ein Wachdienst getreten?



    
am Fotopoint

Costa Brava 2006

    

Keine Weinacht in Neukölln

Berlin 2004

    
auf dem Weihnachtsmarkt
    

Anzeiger von Nichts

Berlin 2000

    

Entwurf zu einem Kunstprojekt im offentlichen Raum: Kunst statt Werbung. Nach der
Aktion Tausch die Täuschung ohne Enttäuschung, 1993 in der Galerie David, Bielefeld,
erweiterte Kurt Buchwald diese Aktion Zum Markt des NichtS in Berlin an der Bernauer
Straße, wo sich heute die offizielle Gedenkstatte "Berliner Mauer" befindet. Hierfur
enstanden diese Fotomontagen. Das Projekt wurde nicht realisiert.